Deutschland evaluiert den GlüStV 2021 bis Ende 2026
Taylor Washington · Aug 14, 2026

Deutschland evaluiert den GlüStV 2021 bis Ende 2026

Die 16 Bundesländer koordinieren eine formelle Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags 2021, die bis zum 31. Dezember 2026 abgeschlossen sein soll, während die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) die technischen und regulatorischen Aspekte begleitet. Im August 2026 laufen die Vorbereitungen für diese Bewertung auf Hochtouren, da Daten eine Kanalisierungsrate von rund 77 Prozent im regulierten Markt zeigen und damit auf erhebliche Aktivitäten bei nicht lizenzierten Offshore-Plattformen hinweisen. Die Überprüfung konzentriert sich auf Einsatzlimits wie den Ein-Euro-Höchsteinsatz bei Slots, Einzahlungsobergrenzen sowie die 5,3-prozentige Einsatzsteuer und prüft Anpassungen, die die Wettbewerbsfähigkeit des legalen Angebots stärken sollen.
Hintergründe der Evaluierung
Der GlüStV 2021 regelt seit seiner Einführung Online-Casino-Spiele einschließlich Roulette und legt klare Rahmenbedingungen für Lizenzvergabe, Werbung und Spielerschutz fest, doch Beobachter stellen fest, dass die restriktiven Vorgaben Teile der Nachfrage in den unregulierten Bereich verlagern. Forscher und Behördenmitarbeiter sammeln seit Monaten Statistiken zu Nutzerzahlen, Umsätzen und Steuereinnahmen, um fundierte Entscheidungen über mögliche Änderungen bei Limits, Durchsetzungsmechanismen und Besteuerung zu treffen. Die 16 Länder arbeiten dabei eng mit der GGL zusammen, die als zentrale Aufsichtsinstanz für die Lizenzierung und Überwachung zuständig ist.
Aktuelle Herausforderungen im regulierten Markt
Experten haben festgestellt, dass die Kombination aus strikten Einsatzbeschränkungen, Einzahlungscaps und der spezifischen Steuerlast dazu führt, dass zahlreiche Spieler auf ausländische Anbieter ausweichen, die weder deutsche Lizenzen noch vergleichbare Schutzvorkehrungen bieten. Im August 2026 liegen erste Auswertungen vor, die zeigen, wie sich die Kanalisierungsquote von etwa 77 Prozent auf Umsatz- und Steueraufkommen auswirkt und welche Anpassungen notwendig sein könnten, um den legalen Markt attraktiver zu gestalten. Die GGL erfasst laufend Meldungen über illegale Plattformen und arbeitet an verbesserten Durchsetzungsstrategien, die künftig stärker mit internationalen Partnern abgestimmt werden sollen.
Mögliche Anpassungen im Fokus
Die Evaluierung untersucht gezielt, ob eine moderate Anhebung von Einsatzlimits oder eine Überarbeitung der Einzahlungsregeln die Attraktivität regulierter Angebote wie Online-Roulette erhöhen kann, ohne die Schutzziele des Vertrags zu gefährden. Gleichzeitig prüfen die Beteiligten, wie die 5,3-prozentige Steuer auf Spieleinsätze angepasst werden könnte, um Anreize für legale Anbieter zu schaffen und gleichzeitig illegale Konkurrenz einzudämmen. Vertreter der Länder betonen, dass alle Vorschläge auf belastbaren Daten basieren müssen, die bis Ende 2026 vollständig ausgewertet sein sollen.

Rolle der GGL und der Bundesländer
Die GGL übernimmt die Koordination der technischen Prüfungen und liefert der Länderkonferenz regelmäßig Berichte über Lizenznehmer, Beschwerdeaufkommen und Marktbeobachtungen, während die 16 Bundesländer die politischen Entscheidungen treffen. Im laufenden Prozess werden auch internationale Vergleiche herangezogen, um zu ermitteln, welche Regelungsmodelle in anderen europäischen Ländern zu höheren Kanalisierungsraten geführt haben. Daten der GGL dienen dabei als Grundlage für Diskussionen über verbesserte Enforcement-Maßnahmen und mögliche Steueranpassungen.
Ausblick auf die Entscheidungsfindung
Bis Dezember 2026 sollen die Bundesländer auf Basis der gesammelten Erkenntnisse konkrete Empfehlungen für Änderungen am GlüStV 2021 vorlegen, die anschließend in ein neues oder angepasstes Regelwerk einfließen können. Die laufenden Arbeiten umfassen auch Konsultationen mit Branchenvertretern und Wissenschaftlern, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln, die sowohl den Spielerschutz als auch die Wettbewerbsfähigkeit des regulierten Marktes berücksichtigen. Im August 2026 zeichnet sich bereits ab, dass die Evaluierung zu gezielten Nachjustierungen bei Limits und Steuern führen könnte, um die Abwanderung zu Offshore-Anbietern zu verringern.
Schlussfolgerung
Die formelle Überprüfung des GlüStV 2021 bis Ende 2026 stellt einen zentralen Schritt dar, um den deutschen Glücksspielmarkt an veränderte Bedingungen anzupassen und die Kanalisierungsrate nachhaltig zu verbessern. Die enge Zusammenarbeit zwischen den 16 Ländern und der GGL bildet dabei die Grundlage für datengestützte Entscheidungen, die sowohl regulatorische als auch steuerliche Aspekte umfassen. Die Ergebnisse werden voraussichtlich die Rahmenbedingungen für Online-Casino-Angebote wie Roulette in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.